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Dienstag, 14. Mai 2013
Nächste Station: Kottbusser Tor – Wo das frische und das marode Leben aufeinandertreffen
berlinertratschtante, 13:18h

Der Kotti ist einer der vielfältigsten Orte Berlins. Nachts kann man sich in einem der vielen umliegenden Bars und Clubs auslassen, während man tagsüber am Maybachufer chillen oder durch Ateliers schlendern kann.
Kein Wunder, dass der Kiez, vor allem bei jungen Leuten, immer beliebter wird. Doch das hat auch üble Folgen.
Drogen, Hipster und Touristen
Sobald man aus der U8 aussteigt, sieht man sie schon: Seit 40 Jahren versammelt sich hier die Drogenszene in den Gängen der U-Bahn. Auf dem Weg nach oben stößt man mit den verschiedensten Mensch zusammen. Da wäre der Touri, der planlos mitten im Weg herumsteht und verzweifelt auf seinen Fahrplan starrt. An ihm vorbei schwankt ein Obdachloser, der schimpfend einen Schluck aus seinem Sterni nimmt und dabei einen Hipster, der seinen Jutebeutel durchwühlt, anrempelt. Oben angekommen, tummeln sich alle vereint vor Kaiser’s.
Alltäglicher Widerspruch
Trotz der vielen politoxomanen Süchtigen, gibt es keine Überfälle auf Anwohner oder Passanten. Es werden auch nicht mehr Auseinandersetzungen als in anderen Ecken der Umgebung gemeldet. Klar, es kann ab und zu vorkommen, dass sich zwei Betrunkene gegenseitig anbrüllen, aber das gibt es auch anderswo.
Im Grunde genommen sind die Leute hier sehr friedlich gestimmt und der Kotti erfeut sich großer Beliebtheit: Durch die vielen umliegenden Bars und Clubs tobt über dem U-Bahnhof immer das blühende Leben, während unten, in den dunklen Gängen der U8, die Junkies lungern. Auch Christiane F., die, mittlerweile um die 50 Jahre alte, Antiheldin des Romans „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, soll sich hier oft aufhalten.
Katastrophale Mieterhöhungen
Die Drogenabhängigen schrecken hier niemanden ab. Man hat sich nicht nur buchstäblich an sie gewöhnt, sondern sie als Teil des bunten Lebens anerkannt. Immer mehr Leute hoffen auf eine Wohnung in dem Szenebezirk. Die daraus folgenden Mieterhöhungen sind existenzbedrohend: Wer vor drei Jahren noch 700 Euro zahlte, muss heute mindestens 200 Euro mehr blechen.
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